Naturschaugarten Stainz/Straden

Mag. Bernard Wieser
8345 Stainz/Straden 85

Tel.: ++43(0)664-1919346

email: bernard.wieser@utanet.at

Öffnungszeiten: jederzeit, Führungen gegen tel. Voranmeldung

Größe: 6.000 m²


TERMINE 2012:

12.-02. März --- "Korbflechten"
20. Feber --- "Korbflechter- und Besenbinderball
31. März --- Streuobst - Schnittkurs
01. Mai --- Mai-Ausflug
01. Juli --- Neophytenseminar
29. Juli --- Blaurackenfest
22. September --- Herbstgenuss-Ausflug
04. November --- Alternative Heuverwertung


Als Teil der Außenanlage des Hauses der Vulkane wurde 2003 von Mag. Bernard Wieser im Auftrag der Gemeinde Stainz/Straden der Naturschaugarten geplant und errichtet. Das Ziel des Gartens ist die Aufwertung des neuen Zentrums in Stainz/Straden.

Folgende Überlegungen spielten dabei eine Rolle.

Der Garten wird vom Verein Lebende Erde im Vulkanland = Blaurackenverein betreut. Dieser ist für alle Fragen bezüglich Naturschutz hier Ansprechpartner und betreut auch das NATURA 2000 - Europaschutzgebiet Nr. 14: Teile des Südoststeirischen Hügellandes mit den Schutzzielen Blauracke und Vulkanische Wald- und Wiesenlebensräume im pannonisch- illyrisch getönten Teil Österreichs.

m Garten werden Pflanzen und Tiere dieses Schutzgebietes sichtbar und lebendig vorgeführt.

Wege des Lebens

Der Garten dient als Ausgangspunkt für die Wege des Lebens, ein Projekt der KLEWA = Kulturlandschaftserlebniswegagentur, eingebunden in das Vulkanlandprojekt "Spuren der Vulkane". Im Zuge der Errichtung des Hauses der Vulkane (HdV) wurde die Basis für 4 Wege durch die Gemeinde Stainz/Straden geschaffen.

Ein Weg ist vollständig fertig gestellt. Der Weg der Kunst führt nach Muggendorf und durch das Blauracken- Kerngebiet. Gesteinsarten und Vulkanismus des Vulkanlandes Ein zentrales Thema ist der Vulkanismus. Die Wege sind mit Vulkan-Steinen gekennzeichnet. Am Ausgangspunkt befindet sich jeweils eine Platte aus hartem Basalt mit dem Logo der Wege im Garten. Auch beim Bau des HdV wurde auf vulkanisches Material zurückgegriffen. Es finden sich jedoch auch die anderen Gesteinsarten des Vulkanlandes hier, wie z. B.: Südburgenländischer Serpentin, Risola- Muschelkalk oder Murschotter. Der tektonische Bruch reicht von Baden bei Wien bis nach Südtirol. Von dort kommen die Vulkanischen Tuffsteine mit denen eine Trennwand gegen den windigen Durchzug errichtet wurde.

Der Nachbau eines Vulkan-Standortes mit dessen Bewuchs wird im Süden des Gebäudes sichtbar. Dort finden sich Pflanzen unserer Region, die auf Trockenstandorten heimisch sind: Dazu gehören etwa Fetthennen-Gewächse, Gelber Fingerhut, Blauweiderich, Echter Gamander, Hügelerdbeere, Arznei-Thymian, usw. Die roten Steine stammen vom Gleichenberger Kogelmassiv.

Teichanlage und Permakultur

Dieses Gestein findet man auch in der Teichanlage und im Permakulturbereich. In der Teichanlage sorgt der poröse Stein für eine große Oberfläche und die Ansiedlung von wasserreinigenden Bakterien und Mikororganismen. Das Teichwasser hat immer hervorragende Wassergüte. Das Wasser für den Teich kommt vom Dach des HdV. Es wird zuerst einer 15.000 l Zisterne (Gieswasser für Trockenzeiten) zugeführt und der Überlauf wird in den Teich abgeführt. Durch diese Maßnahme wird das gesamte Teichvolumen 2 Mal im Jahr aufgefüllt. Im Teich findet man ca. 80 seltene heimische Pflanzenarten, welche hier nachgezogen werden und in die ca. 10 neu angelegten Bewässerungsteiche der Umgebung ausgewildert werden. Im Teich laichen seltene Amphibienarten des Vulkanlandes, wie Grasfrosch, Erdkröte, Kammmolch, Teichmolch, Laubfrosch und Knoblauchkröte. Zusätzlich wird derzeit eine Hör- und Seebühne errichtet.
Die Permakultur-Idee in Stainz/Straden entstammt einem Projekt aus dem Jahr 1998, wo Bernd Wieser versuchte, dafür ein eigenes Gelände in Dirnbach zu finden. Das Projekt hatte das Ziel auf landwirtschaftlichen Flächen Mischkulturen zu fördern. Zum Teil stammen diese Ideen aus dem Indianischen. Hügelbeete wiederum wurden schon im 19. Jahrhundert für Gartenbeete genutzt. Dorfhügelbeete findet man noch in Sulzbach, im Gemeindegebiet Stainz/Straden. Der Aufbau eines Hügelbeetes wird hier ebenso gezeigt, wie auch die Nutzung und dazu das Überführen der Anlage in eine stabile arbeitsextensive und naturnahe Bewirtschaftung. Aus der Idee heraus wurden einige Hügelbeete geschaffen.

Mischkulturen-Anbau

Wesentlicher ist jedoch der Mischkulturen-Anbau mit ca. 200 ha Mais-Bohnen oder 50 ha Biomischfrucht (Leguminosen-Futter-Mischung, bzw. Getreide-Mischung) im Talboden des Sulzbachtales, wobei das wesentlich ökologischere Mischfruchtprojekt eine Zusammenarbeit mit dem Biolandwirt Josef Eibler aus Manning bei Frannach darstellt. Die Anlage in Stainz/Straden wird ab 2010 in einem stabilen Zustand sein und mit Kräutern, Früchten und Sträuchern das Gasthaus LAVA versorgen.

Agroforestry-Anlage

Auch eine Agroforestry-Anlage entsteht bereits. Dort werden Schlingpflanzen-Früchte auf Bäumen gezogen

Hummel-Brutkästen

Der Permakultur angeschlossen sind 1 bis 2 Hummel-Brutkästen, welche wildlebende Hummelarten beherrbergen. Das Projekt veranschaulicht die Pflegeleichtigkeit solcher Nützlinge. Damit das ganze Jahr Nahrung da ist werden auch die ursprünglichen Aubereiche des Dorfbaches in die Anlage miteinbezogen. Schon bei der Errichtung hat man darauf besondere Rücksicht genommen

Frühlingswiese

Eine Frühlingswiese ist der Permakulturanlage vorgelagert. Hier kann man die Frühjahrsblüher Schneeglöckchen, Krokus, Märzenbecher oder Schachblume bewundern, welche im Vulkanland vorkommen.

Streuobst-Anlage / Kostbar

Ein wesentlicher Bereich ist auch die Streuobst-Anlage. Diese dient neben einer Schaufunktion auch dem Unterricht. Im HdV werden alljährlich mehrere Streuobst-Schnittkurse abgehalten. Diese Schnittkurse werden zusätzlich mit einer Verkostung kombiniert, die in der Kostbar durchgeführt wird.

Weinsorten-Anlage

Noch einen Schaugarten kann man besichtigen. Mit der Weinsorten-Anlage werden 10 alte Unterlags- Sorten hergezeigt, deren wirtschaftliche Bedeutung heute zwar nicht mehr im Vordergrund steht, die sich jedoch als Laubenwein und Direktträger gut eignen. Die Weintrauben stammen aus einer Zucht bei Kapfenstein.

Führungen

Der Garten steht den Besuchern gratis zur Verfügung. Er ist nicht nur Ruheraum, sondern auch Erlebnisraum und für Kinder geeignet. Ein eigener Erlebnis-Spielplatz und viel Raum zum Laufen kennzeichnen die Anlage. Eltern und Kinder können von hier aus zu Fuß oder mit dem Rad die Gemeinde erkunden. Radfahrer können sich hier zu einer Pause niederlassen und sich im Gastgarten laben. Das Restaurant versorgt seine Gäste mit ausgezeichneten regionalen Menüs aber auch mit extravaganten Genüssen. In der Kostbar kann man Spitzenprodukte aus dem Steirischen Vulkanland einkaufen.

Eine geführte Gartenrunde kann man um € 6,-- die Stunde und Person erhalten. Obergrenze ist € 60,-- für Gruppen. Über die Früchtekorb- Genussaktie ist die Führung sogar noch günstiger. Die Führung wird vom Verein L.E.i.V. durchgeführt. Das Geld kommt wiederum der Anlage zugute. Die Führungen finden das ganze Jahr über statt.

Gärtnerportrait

Bernard Wieser

Ich bin 1964 in Kötschach-Mauthen (Kärnten)geboren . Schon in meiner Jugend liebte ich die Natur und wuchs auch mitten drin auf. Ich versuche seit 15 Jahren die Menschen in meiner Umgebung für den Naturschutz zu begeistern. Die Landwirte haben nach meinem Projekt für Permakultur 1998 bereits reagiert und bewirtschaften nun über 250 ha Ackerland auf relativ natürliche Art- und Weise. Die Idee der Hügelbeete entstammt der Umgebung von Straden wo es noch die eine oder andere Dorfanlage gibt. Im Jahr 2003 erhielt ich von der Gemeinde Stainz/Straden den Auftrag die Außenanlagen des Hauses der Vulkane zu gestalten. Zusammen mit der Familie Lohmann-Frieml aus Unterfladnitz gelang mir eine sehr natürliche Bepflanzung. Ein Projekt, das noch auf die Umsetzung wartet, ist der Sternenpark in Fürstenfeld. Einige Bekannte haben bereits eine Permakulturanlage nach meiner Anlage gebaut. Meine Garten-Träume sind ruhige aber abwechslungsreiche und natürliche Anlagen in dem auch das Umland eingebettet ist. So habe ich hier regionale Gesteine und Pflanzen bevorzugt und auf Ziersträucher gänzlich verzichtet. Nur in der Permakultur dürfen Bauerngartenpflanzen und ausländische Kräuter für den Küchengebrauch gedeihen. Eine Kompostierung gewährleistet mir die Düngermenge, die ich eventuell für das eine oder andere Pflanzprojekt benötige. In meinen Garten kommen kein Gift und auch kein Handelsdünger. Die Pflanzen bleiben über den Winter stehen, damit ich meine Nützlinge vermehre. Das Klima und der Boden dürfen nicht belastet werden. Der Verein den ich dazu gegründet habe nennt sich "Lebende Erde im Vulkanland".

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